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CD Charts und ihre Zusammenhänge auf dem Musikmarkt
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In den wöchentlichen CD Charts werden einerseits Titel aufgelistet bzw. als solche in Radiosendungen benannt, die vom Marktforschungsunternehmen Media Control vorgegeben werden. Media Control sind ca. 2.000 Tonträger-Geschäfte in der Bundesrepublik angeschlossen, die nachweisbar ständig die neuesten Veröffentlichungen zum Verkauf anbieten. Die Einzelverkäufe der jeweiligen Händler an die Endabnehmer werden dem Unternehmen jeweils in statistisch durchgeführten Stichproben elektronisch übermittelt und können von dort aus in bestimmter Weise auch sortiert werden, nämlich z. B. in die Single Charts und Album Charts. Die Einzelhändler nutzen nun oft z. B. die CD Charts einer vorangegangenen Woche, um ihre Kunden dazu aufzufordern, eine ganz bestimmte CD zu kaufen, die in genau diesen Hitlisten aufgeführt sind, die jedoch vom Großhändler zusätzlich zu besonders günstigen Konditionen angefordert werden können. Diese Art CD Charts nennt man "Verkaufscharts". Verwandt mit dieser Art von Charts sind die "Download-Charts". Hier ergeben sich die Single Charts sowie die Album Charts daraus, wie oft ein bestimmter Titel oder ein vollständiges Album aus einem kommerziellen Internetportal der Branche legal heruntergeladen wurde.
Die Charts, die sich aus dem Rundfunkprogramm ergeben
Doch es gibt noch andere Listen, die als "Charts" benannt werden. Es sind dies etwa die "Leser- und Hörer-Charts". Hier stellt ein Radiomoderator bzw. Redakteur in seiner Sendung bzw. in seinem Print- oder Online-Medium willkürlich Titel seiner Wahl zur Diskussion mit der Aufforderung an den Rezipienten, dieser möge aus genau dieser Liste seinen Lieblingstitel bestimmen bzw. die vorgestellten Titel in eine völlig willkürlich und individuell bestimmbare Reihenfolge auszuwählen. Diese Single Charts bzw. Album Charts haben nichts mit der Musikindustrie als solcher zu tun, sondern werden nur als interaktive Maßnahmen der jeweiligen Medien durchgeführt, damit die Zahl der Zuschauer bzw. Leser zu einem bestimmten Tag abgeschätzt werden kann.
Über Rundfunksendungen entscheidet sich bei stets zahlreicher Hörerbeteiligung (wie "zahlreich" definiert wird, ist den jeweiligen Programmdirektoren überlassen), dass sie ihren Programmplatz bzw. Moderator behalten und über Printmedien (insbesondere mit jugendlicher Zielgruppe), inwiefern die Auflagenzahl korrigiert werden kann. Für Rundfunkprogramme bietet diese Art von Interaktion mit den Hörern auch eine Orientierung, das wiederholte Spielen welcher Titel die Attraktivität einer Sendung steigern könnte. Ebenso werden Rundfunksender in regelmäßigen Abständen von Musikfirmen mit Werbeexemplaren beliefert (mit der Absicht, die Hörer mögen die jeweils in der Aussendung vorgestellte CD auch kaufen) - nicht alle Sender erhalten jedoch Zusendungen von allen Musikunternehmen. Aus der Gesamtheit sämtlicher überhaupt im Rundfunk gespielter Titel ergeben sich die sogenannten "Airplay-Charts". Hier lassen bestimmte Marktforschungsinstitute willkürlich Stichproben diesbezüglich ermitteln. Die Firma "Nielsen Music Control" ist hier für 18 Länder zuständig, die (deutsche) Firma "MusicTrace" ist hierbei für die Schweiz und auch für die Bundesrepublik tätig. Auch diese Ergebnisse können als Marketingsinstrument genutzt werden, was sich wiederum in den Verkaufscharts niederschlagen kann, aber nicht muss.
Zusammengefasst gilt also: Einheitliche "Charts", die überall dieselbe Gültigkeit hätten, gibt es nicht.



